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US-Streitkräfte geben ihre größte Siedlung zurück

Sechs Wochen dauerte die Rückgabe allein aufgrund der Größe der Liegenschaften: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat den Komplex „Benjamin-Franklin-Village“ und „Sullivan Barracks“ Ende Mai offiziell von den US-Streitkräften zurückgenommen. Die Verwaltung, Entwicklung und Vermarktung der größten Siedlung der US-Streitkräfte in Deutschland liegt damit komplett bei der BImA.

Das 88 Hektar große Benjamin-Franklin-Village in Mannheim ist eines der größten geschlossenen Wohngebiete der US-Streitkräfte in Europa. Es umfasst insgesamt 2.070 Wohneinheiten in circa 160 Wohngebäuden, darunter drei bis viergeschossige Mehrfamilienhäuser sowie Doppel- und Einfamilienhäuser. „Das Gelände war für die US-Streitkräfte ein autarker Stadtteil auf der Gemarkung Mannheim-Käfertal, so dass eine eigene Infrastruktur mit Kindertagesstätten, Sporteinrichtungen und Kino entstanden ist“, erklärt Michael Scharf, Projektleiter des Konversionsbüros Rhein-Neckar. Das Areal beherbergt zudem jeweils eine Elementary-, Middle- und Highschool, Einkaufszentren, diverse gastronomische Betriebe sowie ein Krankenhaus, Arztpraxen, zwei Tankstellen, Kirchen und ein Hotel.

Das BFV mit der Sullivan Baracks und der Funari Baracks in Mannheim/Käfertal aus der Luft. Foto: Kay Sommer.

Anschlussnutzung in Planung

"Die aktuelle Rückgabe schließt die Sullivan Barracks ein, die im Norden des Benjamin-Franklin-Village liegen. Sie sind 44 Hektar groß und bestehen aus circa 70 militärischen Zweckbauten", so Michael Scharf. Seit dem Abzug der US-Kampfeinheiten im Jahr 1994 wurden die Sullivan Barracks unter anderem von einer kleineren Luftwaffenverbindungseinheit, einem Fernmeldebataillon und der örtlichen Standortverwaltung genutzt. Die Stadt Mannheim diskutiert aktuell erste städtebauliche Planungsansätze für eine zivile Anschlussnutzung des Benjamin-Franklin-Village und der Sullivan Barracks.

Die Teilfläche BFV Süd liegt verkehrsgünstig an der B 38. Foto: Kay Sommer.

Teilrückgaben seit 2012

Die Rückgabe von ersten Teilen des Benjamin-Franklin-Villages erfolgte Ende 2012, bereits im August 2012 wurde der an der B 38 liegende Teilbereich Süd mit einer Größe von rund 23,8 Hektar aus der Nutzung durch die Amerikaner entlassen. Anschließend ging der nördlich liegende Bereich am „Grant Circle“, auch bekannt als „Offizierssiedlung“, in den Besitz der BImA über. Lediglich die „Funari Barracks“, die süd-westlich an die Benjamin-Franklin-Village angrenzt, bleibt vorerst bei den US-Streitkräften.

Das Einkaufzentrum mit Parkplätzen auf dem Gelände der Sullivan Barracks aus der Luft. Foto: Kay Sommer.