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Nachnutzungskonzept für Stadt in der Stadt noch offen

06. Juni 2014. Die amerikanischen Streitkräfte haben das Heidelberger „Patrick-Henry-Village“ an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zurückgegeben. Damit steht ein Areal fast so groß wie die Heidelberger Altstadt für eine Nachnutzung zur Verfügung. Die Zukunft der ehemaligen Wohnsiedlung ist dabei noch völlig offen. „Bevor die BImA und die Stadt Heidelberg mögliche Nachnutzungsszenarien erarbeiten können, müssen nun zeitnah erst einmal die Bestandsuntersuchungen durchgeführt werden“, erklärt Michael Scharf, Projektleiter der BImA.

Ein eigener Stadtteil

Im „Patrick-Henry-Village“ lebten die amerikanischen Streitkräfte autark von ihrem Umfeld. Die Wohnsiedlung bot ihren Bewohnern alles was sie zum Leben brauchten. Auf dem Gelände der Liegenschaft befinden sich demzufolge amerikanische Bildungseinrichtungen wie Elementary-, Middle- und Highschool sowie die dazugehörigen Sporthallen und -plätze. Die Kleinkinder wurden in einem Kindergarten betreut. Die Nahversorgung der ca. 8.000 amerikanischen Bewohner wurde durch ein Einkaufszentrum und diverse Gästehäuser gewährleistet. Zerstreuung konnten die Soldaten in einem Kino finden. Die Amerikaner wohnten in 83 freistehenden Einfamilienhäusern, vier Doppelhaushälften sowie ungefähr 21 zweigeschossigen Wohnhäusern und ca. 68 dreigeschossigen Mehrfamilienwohnhäusern. Im Norden der Liegenschaft ist die Struktur kleinteiliger mit vielen Einfamilienhäusern. Im größeren südlichen Bereich herrschen größere Gebäude in Zeilenbauweise vor.

Die Liegenschaft „Patrick-Henry-Village“ in Mannheim aus der Luft, Foto: Kay Sommer

Infrastruktur und Lage der Siedlung

Das 97,2 Hektar große „Patrick-Henry-Village“ liegt auf der Gemarkung des Heidelberger Stadtteils Kirchheim und ist damit isoliert vom Stadtkern Heidelbergs. Eine unmittelbare Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist aktuell nicht vorhanden. Das rund fünf Kilometer entfernte Stadtzentrum Heidelbergs sowie der ungefähr drei Kilometer entfernte Hauptbahnhof sind über das Ortsstraßennetz erreichbar. Ebenfalls besteht über die Bundesstraßen B 3 und B 535 eine sehr gute Anbindung zu der circa vier Kilometer entfernten Autobahnanschlussstelle der A 5 Heidelberg / Schwetzingen.

Historie der Siedlung

Das „Patrick-Henry-Village“ wurde in den Jahren 1952-1955 von der US-Armee als Wohnsiedlung gebaut. Benannt ist die Siedlung nach Patrick Henry (1736-1799), der sich vehement für die Unabhängigkeit der USA einsetzte und Gouverneur des Bundesstaates Virginia war. Bis zum Jahr 2001 war das „Patrick Henry Village“ Schauplatz des jährlich stattfindenden Deutsch-Amerikanischen Volksfests – ein über die Stadtgrenzen hinaus beliebtes Fest, das einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leistete. Nach den Vorfällen vom 11. September 2001 wurden die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Areal allerdings verschärft. Ein Zaun hinderte ab diesem Zeitpunkt Unbefugten den Eintritt zum Gelände und die Volksfesttradition konnte nicht fortgesetzt werden.