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Stadt Heidelberg und BImA einigen sich zum Verkauf der Konversionsflächen in der Südstadt

29.09.2014 - Die Stadt Heidelberg und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) haben sich auf die Konditionen zum Verkauf der Konversionsflächen in der Heidelberger Südstadt (Mark Twain Village/Campbell Barracks) verständigt. Demnach wird die Stadt – über ihre 100-prozentige Tochter Konversionsgesellschaft Heidelberg mbH – im Zusammenwirken mit dem „Bündnis für Konversionsflächen“ fast die gesamte Fläche direkt von der BImA erwerben. Das Entwicklungsvolumen liegt voraussichtlich bei rund 90 Millionen Euro.

Der Betrag umfasst den Kaufpreis für Grundstücke, Gebäude und Infrastruktur sowie den kalkulierten Aufwand für notwendige Entwicklungsmaßnahmen. Zusätzlich will das „Bündnis für Konversionsflächen“ 270 bis 300 Millionen Euro in die Wohnbauten investieren. Ein Teilareal mit dem ehemaligen NATO-Hauptgebäude und zwei angrenzenden Bürohäusern ist in der Kalkulation nicht enthalten. Es ist vorgesehen, dass die BImA diese Liegenschaften direkt an die Polizei beziehungsweise das Land Baden-Württemberg veräußert.

Der Verkauf der Konversionsflächen Campbell Barracks wurde beschlossen.

OB Würzner: „Gutes Ergebnis“

„Das ist ein gutes Ergebnis“, sagte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner bei einem Pressegespräch am 24. September. „Unser Hauptziel war die Schaffung von preiswertem Wohnraum für ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Mit diesem Abschluss wird genau das möglich.“ Auch Heidelbergs Konversionsbürgermeister Hans-Jürgen Heiß freute sich über die erzielte Einigung. „Das ist das Ergebnis einer klaren Zielsetzung seitens der Stadt und einer engen und fairen Kooperation mit der BImA.“

BImA-Vorstand Kunze: „Bundesweiter Modellcharakter“

BImA-Vorstand Axel Kunze zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. „Durch die vertrauensvolle Kooperation mit der Stadtverwaltung konnten wir recht zügig zu einem Abschluss kommen.“ Grundlegend für die Verhandlungen war eine im Oktober 2013 zwischen Stadt und BImA getroffene Rahmenvereinbarung. „Dieses Instrument hat aus unserer Sicht bundesweiten Modellcharakter. Das möchten wir gerne auch auf andere Konversionsprojekte übertragen“, so Axel Kunze.

Der Verkauf der Konversionsflächen Campbell Barracks wurde beschlossen.

Konstruktive Zusammenarbeit

OB Dr. Würzner und Heiß dankten sowohl der BImA als auch dem Heidelberger Gemeinderat für die konstruktive Zusammenarbeit. „Ganz wesentlich ist auch die Unterstützung durch das Heidelberger Bündnis für Konversionsflächen“, betonte OB Dr. Würzner. „Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen mit der BImA auf Basis der Erstzugriffsoption ermöglicht die Umsetzung der wohnungspolitischen Zielsetzungen. Dank des Engagements des Heidelberger Bündnis für Konversionsflächen können wir diese Möglichkeit voll ausschöpfen.“

Peter Stammer, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Familienheim, erklärte als Vertreter des Bündnisses: „Mit dem vorgelegten Konzept können wir die ambitionierten Vorgaben der Stadt erfüllen. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Interesse unserer Mitglieder stehen für uns im Vordergrund vor hohen Renditen.“

Entwicklung im Zeitplan – Sanierungsbeginn im kommenden Frühjahr

„Mit der Verständigung bleiben wir nun weiter voll im Zeitplan“, bestätigte Konversionsbürgermeister Heiß. Derzeit schafft die Stadt mit einem Bebauungsplan für einen ersten Teilbereich Baurecht. Östlich der Römerstraße und südlich der früheren Chapel wird ein Bebauungsplan erarbeitet. Dort soll die heutige Struktur übernommen werden, alle Gebäude bleiben erhalten und sollen saniert werden. Ziel ist, dass die Sanierungsarbeiten im kommenden Frühjahr beginnen können. „Wir freuen uns, dass wir mit dem erfolgreichen Abschluss auf Basis des vereinbarten Verfahrens unseren Beitrag dazu leisten können, dass der dringend benötigte Wohnraum in Heidelberg schnellstmöglich geschaffen wird“, sagte BImA-Vostand Axel Kunze.

Masterplan Südstadt

Grundlage für die Entwicklung der Konversionsflächen in der Südstadt ist der „Masterplan Südstadt“, der nach intensiver Bürgerbeteiligung im April 2014 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Der Masterplan definiert einen Funktionsmix mit viel Raum für Wohnen, Gewerbe, Kultur und Grünflächen. Rund 70 Prozent von derzeit angenommenen etwa 1400 Wohnungen sollen als preiswerter Wohnraum genutzt werden. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies rund 670 Mietwohnungen zu einem Mietpreis von unter acht Euro bzw. rund 350 Eigentumswohnungen zum Verkauf an Schwellenhaushalte.

Zur Entwicklung des Areals hat die Stadt das „Bündnis für Konversionsflächen“ gewonnen. In dem Bündnis haben sich sechs Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaftsbanken auf Initiative von OB Dr. Würzner zusammengeschlossen, um preiswerten Wohnraum auf der Konversionsfläche in der Südstadt zu schaffen. Die Stadt steht zudem im Kontakt mit mehreren Baugruppen, die sich im Bereich westlich der Römerstraße engagieren möchten.

Nach der jetzt erzielten Verständigung zwischen Stadt und BImA wird nun ein detaillierter Vertrag ausgearbeitet. Der Vertrag soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.